Der kreative Prozess kann mit einem Fluss verglichen werden. Aus der Quelle fliesst Wasser – grosszügig, ohne Ende. Der Bach sucht sich seinen Weg, fliessend und tastend, Hindernisse umfliessend. Es ist eine Wellenbewegung im Grossen wie im Kleinen. Mal sind wir in der Fülle am Fliessen, mal suchen wir, wie der Weg weitergehen soll. Wichtig ist, im Vertrauen zu bleiben und zu verstehen, dass beides zum Prozess gehört.
Es gibt kein Fliessen ohne Suchen und ohne Widerstand – sonst wären alle Bäche und Flüsse geradlinig und eintönig, oder das Leben ein einziger Wasserfall! Wie könnten wir diese Intensität aushalten?
Auch das Meer ist eine schöne Metapher für den kreativen Prozess:
Flut und Ebbe, Ruhe und Sturm. Mal bringen die Wellen schöne Muscheln an den Strand, mal einen alten Schuh, ein Stück Draht voller Rost oder eine verrottete Pflanze. Wir nehmen alle Geschenke dankend an und staunen über die Unendlichkeit unseres Unterbewusstseins. So bleibt das Meer lebendig und sauber – es erneuert sich ständig.
